Soccer!

Unser U17-Fußballverein African-Angel FC macht den 2. Platz

IMG-20160216-WA0002In dem U17-Turnier der GFA (Ghana Football Association) in der Ashaiman-Zone, in dem jetzt im Januar 16 Mannschaften gegeneinander antraten, kamen unsere Fußballer des African Angel FC ins Finale und verloren leider gegen den Deportivo FC mit 0:1.
Wir sind trotzdem sehr stolz auf unsere Spieler, von denen ein großer Teil aus dem African Angel-Haus kommen. Wir trainieren fleißig weiter :)
Da uns hierfür noch ein paar Trainings-Bälle fehlen, würden wir uns über Sach- oder Geldspenden sehr freuen.

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Eine ghanaische Leidenschaft......und ein Hoffnungsträger?

Fußball ist ein Teil des Lebens in Ghana, es wird gegen alles gekickt, was sich nur irgendwie als Ball eignen könnte. Auch bei größter Hitze und in der Sonne wird Straßen Fußball gespielt. Und natürlich hängen am Fußball viele Hoffnungen, besonders der jungen, bewegungstalentierten Generation! Viele Jungen glauben, der Armut durch begabtes Spiel entkommen zu können. Ein berühmter Fußballspieler zu werden, ein „Black Star“, der viel Geld im Ausland verdient und als gemachter Mann nach Ghana zurückkehrt, ein Traum, den viele träumen….….., aber der doch nur für so wenige wahr werden kann. Skrupellose Fußball-Menschenhändler nutzen diese Träume gnadenlos aus. Diese modernen „Sklavenhändler“ bevölkern die öffentlichen Bolz- und Sportplätze auf der Suche nach geeigneten Talenten für die häufig unterklassigen Ligen. Sie wollen sich frühzeitig mögliche Talente sichern, und locken dazu die Jungen aus den Armenvierteln mit Einflüsterungen und verlockenden Angeboten auf die „Black Stars“ in eine ungewisse Zukunft.  Sie nehmen die Kinder unter ihren “Gewahrsam“, wo allerdings für Schule oder Bildung kein Platz ist. Sollten sich die ausgesuchten Jungen dann doch nicht in dem Sinne bewähren, tauchen sie bestenfalls Monate oder noch schlimmer nach Jahren wieder zu Hause auf, natürlich ohne Geld oder die versprochene Karriere.

Harriets schlimmste Befürchtung wird wahr!

Harriet hatte natürlich nichts dagegen, zumal der Bewegungsdrang der Kinder seinen Ausdruck finden muss, trotzdem trug sie immer diese Angst um ihre Jungs im Herzen. Und während ihres Aufenthaltes in Accra 2009 war es dann soweit: Eines der Kinder kam am Abend nicht aus der Schule zurück! Eine sofort eingeleitete Suchaktion bestätigte ihre Befürchtung: Das Kind war von einem professionellen Fußballscout ´geshanghait´ worden. Wie eine Löwin kämpfte Harriet in den kommenden Stunden um den Jungen und es gelang ihr, mit welchen Mitteln auch immer, das Kind wieder in das African Angel-Heim zurück zu bringen. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, war ihr klar, dass so etwas immer wieder vorkommen würde und sie nicht in der Lage sein würde die noch ungefestigten Kinder davor zu bewahren. Dafür hatte sie weder Zeit noch Mittel. Aber Harriet hatte eine Idee für die Zukunft!

African Angel wird Schule ... Fußballschule!

African Angel musste selber die Lösung bieten und den Fußballtalenten eine solide und kontrollierte Ausbildung in ihrem ´Traumberuf´ ermöglichen. Dadurch würden die Kinder neben ihrer normalen Schule auch noch eine Fußballausbildung mit Vereinsspiel erhalten. Gesagt, getan. Eine Anzeige im DAILY GRAPHIC war schnell geschaltet und 10 Bewerber für den Posten eines Fußball- und Sport-Trainers fanden sich zum Interview ein. Dazu muss man wissen, dass die meisten Fußball-Trainer in Ghana Arbeitslose sind, die den Job gezwungenermaßen ehrenamtlich machen. Eine bezahlte Anstellung als Fußball-Trainer ist daher fast die Ausnahme. Die Wahl fiel dann auf Mr. Kennedy Sarpong, seitdem allgemein als „Coachi“ bekannt, der seitdem einerseits unsere Fußballtalente professionell trainiert und andererseits samstags in der Frühe das ganze Heim, einschließlich Betreuer/Innen, in Bewegung bringt

Jugendfußball in Ghana - ohne öffentliche Unterstützung!

Anders als in Deutschland, wo der Bereich Jugendfußball in der organisierenden Verantwortung der Länder-Fußballverbände liegt (in NRW z.B. beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband e.V. in Duisburg), verfügt der Bereich Jugendfußball in Ghana nicht einmal ansatzweise über eine vergleichbare Infrastruktur. Es fehlt an allem, um dem Nachwuchs entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Keine Plätze, keine Übungsleiter, keine Transportmittel etc. Auch hier, wie im Bildungsbereich, haben in der Regel nur die halbwegs Begüterten Zugang zu den entsprechenden Möglichkeiten. Warum das so ist? Mit Jugendfußball ist in Ghana kein Geld zu verdienen! Und die unglaubliche Zahl fußballspielender Kinder und Jugendliche ist ausreichend, um den „Nachwuchs“ der Erwachsenenliga immer sicherzustellen. Also wird dort auch nichts investiert. Vor diesem Hintergrund ist auch der ´Hilferuf´ des Regionalen Fußball Verbandes nach finanzieller Unterstützung der sogenannten Colt-Teams (Jugendfußball-Teams) im Lande zu verstehen. Der Verbandsvorsitzende, Alhaji Daudi Yahaya, rief individuelle Förderer, alle Nicht- Regierungs-Organisationen, Politiker, die Ghana Privat Road Transport Union, den Metro Mass Transit Verbund und sämtliche Wohltätigkeitsorganisationen dringend dazu auf, den Jugendfußball Ghanas zu unterstützen. Zwar wusste Harriet 2009 nichts von diesem Aufruf, aber wie immer machte sie aus der Problemlösung heraus das Richtige, sie installierte das Jugend-Fußballförderprogramm, das African Angel Team. Unter Anleitung des Trainers Kennedy entstanden noch in 2009 vier Jugendteams:

  • Klasse Ghana
    F-Junioren
    5 / 13 U 14
    B-Junioren
  • Klasse NRW
    18 / 0 U 12
    C-Junioren
    2 / 16 Schnell
  • African Angel / Andere U 10
    -Junioren
    3 / 15 U 17

Da aus den African Angel-Kindern alleine keine 4 Colt-Teams gebildet werden konnten, wurde die Teilnahme an den African Angel Teams mit dem professionellen Fußballtraining Kindern und Jugendlichen aus den angrenzenden Armenvierteln Teshie und Nungua angeboten, und mit viel Freude angenommen. Die vier African Angel-Teams spielen seit 2010 erfolgreich im Jugendfußballbereich und African Angel kann die bestehende Infrastruktur (einschl. Transportmöglichkeiten) auch anderen benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugänglich machen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich hierbei für die dazukommenden Kinder aus den Armenvierteln: sie bekommen vor und nach dem Spiel eine anständige Mahlzeit.


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