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2002 – Vom Traum zur Wirklichkeit

Geschrieben von: africa Donnerstag, 9. Juli 2015 um 12:20 pm

Alles begann einmal in Afrika. Genauer gesagt in Bukom-Accra, der Hauptstadt Ghanas an der westafrikanischen Küste. Mit dem großen Traum eines kleinen Mädchens. Das Mädchen Harriet Dansowaa Ani-Agyei (Harriets Mädchenname) lebte in Adabraka, einem der besseren Bezirke von Accra, besuchte aber regelmäßig seine Großmutter, die in Bukom , einem Armenviertel der großen Stadt lebte. Hier sah Harriet Kinder in ihrem Alter, die nicht regelmäßig zu essen bekamen, keine ordentliche Kleidung hatten, auf dem Erdboden schlafen mussten und, was ihr als das Schlimmste erschien, die nicht in die Schule gehen konnten.

Damals hatte Harriet den Traum, dass sie einmal in der Lage sein würde, den Kindern aus Bukom zu helfen!

Aus Kindern werden Leute, und so führte das Schicksal Harriet als junge Frau 1991 nach Düsseldorf, wo sie dann allerdings ihre Lebensträume wegen ihres gewalttätigen Ehemanns aufgeben musste. Aber niemals, selbst an den Tiefpunkten ihres Lebens, verlor sie ihren Glauben und damit ihren großen Traum aus den Augen: „ihren“ Kindern aus Bukom zu helfen.

Für diesen Traum und für „ihre“ Kinder war sie nach der Flucht in ein Frauenhaus in Düsseldorf und der endgültigen Trennung von ihrem Ehemann bereit, größte Entbehrungen und Opfer auf sich zu nehmen. Sie fand einen Job als Reinigungskraft bei der Messe Düsseldorf, denn ihre eigentlich gute Ausbildung wurde in Deutschland nicht anerkannt, und es fehlten ihr damals auch noch die deutschen Sprachkenntnisse.

Harriet erhielt sogar eine kleine Wohnung zugeteilt, in der sie heute noch lebt. Neben ihrem anstrengenden Job als Putzfrau tagsüber fing Harriet an, jeden Abend bis spät in die Nacht als Toilettenfrau „Tellergeld“ zu sammeln, um mit diesem Zusatzgeld die Schulausbildung von Kindern aus Bukom zu finanzieren. Stammgäste der Altstadt Kneipen, in denen Harriet „Dienst tat“, nannten sie einige Jahre später bald „African Angel“ und ermutigten sie, ihr Engagement in einen gemeinnützigen Verein zu organisieren, um mehr Geld für ihr Projekt sammeln zu können.

Nach zwei gescheiterten Versuchen – Harriet fehlte es an der nötigen Erfahrung – machte sie am 15. September 2002 gemeinsam mit sechs Gründungsmitgliedern in Düsseldorf den großen Schritt vom Traum zur Wirklichkeit: Die Gründung des Vereins African Angel e.V.

Der Verein und dessen Satzung wurden am 26. Mai 2003 unter der Nummer 9230 in das Vereinsregister eingetragen, kurz darauf m 16. Juni. 2003 erhielt African Angel e.V. vom Finanzamt Düsseldorf-Mitte durch Freistellungsbescheid von der Körperschaftssteuer die Gemeinnützigkeit bescheinigt.

Mit der Vereinssatzung und € 5.000,00 mühsam erarbeitetem „Tellergeld“ machte sich Harriet, in ihrem genommenen Jahresurlaub, dann auf nach Ghana. Zuerst informierte sie die Eltern des Viertels Bukom in Accra auf Versammlungen über das Projekt. Eine schwere Aufgabe, da sie sich in Bukom Befürchtungen und auch Anfeindungen der misstrauischen Eltern und Bewohner ausgesetzt sah. Dass sich schließlich Eltern doch dazu bereitfanden, zunächst 24 ihrer Kinder im Alter zwischen damals 4 und 11 Jahren in die Obhut von African Angel e.V. zu geben, ist der alleinige Verdienst von Harriets Überzeugungskraft.

Zuletzt aktualisiert am 23, September 2015 at 12:00 pm Weiterlesen