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Max Ernst-Gesamtschule in Köln und die SAP’s School in Accra sind jetzt Partner dank African Angel Düsseldorf

Geschrieben von: africa Montag, 18. November 2019 um 4:47 pm

Bericht von Paolus Mascallero (13.-23.10.2019)

Unsere Freunde von African Angel in Accra besuchen. Das haben wir uns alle in den Kopf gesetzt. Seit Jahren erlaufen unsere Schülerinnen und Schüler Sponsorengelder, die dem Verein zugutekommen. Daher war es für uns sehr wichtig, diese Begegnung anzugehen. Dank African Angel haben wir auch vor Ort eine Schule gefunden, mit der wir eine Schulpartnerschaft beginnen wollen, die SAP’s School. Unser Besuch war daher von großer Bedeutung für unsere Kooperation mit African Angel, aber auch für den Aufbau der Beziehung mit SAP’s. Viele Kinder aus dem Cottage besuchen diese Schule. An der Reise nahmen vier Schülerinnen der Oberstufe, ein Lehrer und eine freiwillige Mitarbeiterin der Max-Ernst-Gesamtschule teil. Die Reise konnte insbesondere durch die Unterstützung der Stadt Köln realisiert werden.

Die Ankunft im Cottage war sehr herzlich, obwohl es schon spät in der Nacht war. Die erste Nacht war sehr kurz, wir wurden bereits um 4 Uhr morgens von Trommeln und den Gesängen der Kinder geweckt. Im Cottage wird das Morgenritual sehr gründlich und präzise gepflegt. Die Kinder beten, singen und trommeln und starten so ihren Tag. Danach hat jeder Einzelne seine Aufgabe: es wird geputzt, das Frühstück das Mittagessen vorbereitet. Alle fügen sich ein wie die Zahnräder in einer Uhr. Neben der klaren Organisation, ist aber die Lebensfreude der Kinder und Jugendlichen hervorzuheben. Überall, wo man hinschaute und hinhörte gab es lachen, scherzende und freudige Stimmen und Gesichter. Das alles selbst als Beobachter so zu wahrzunehmen, hat uns alle von Anfang an tief beeindruckt.

Der Empfang am Nachmittag, nachdem wir nun endlich auf die Schulkinder getroffen haben, war überaus herzlich. Wir stellten allen unser Taschenprojekt vor, das wir bereits in einer Projektwoche an der Max-Ernst-Gesamtschule durchgeführt haben. Wir brachten unbedruckte Stofftaschen und Textilfarbe mit. Alle im Cottage sollten ein eigenes Design entwickeln und damit die Taschen bemalen. Die Begeisterung, die Motivation und die kreative Energie, die dadurch entfacht wurde, waren spürbar und beflügelten alle Menschen im Cottage, Jung und Alt waren Feuer und Flamme für dieses Projekt.

 

 

Demokratisch vereinbarten wir, den Gewinn aus diesem Unternehmen paritätisch zu teilen. Unsere Schülerfirma MaxTrade wird sich um die Vervielfältigung und den Vertrieb kümmern. Mit diesem Projekt werden die unfairen Handelsbeziehungen umgekehrt, da nicht Rohstoffe aus Ghana abfließen und dann im Westen verarbeitet werden. Die Idee war es von Beginn an, den Rohstoff aus Deutschland zu liefern und den Prozess der Fertigung in Ghana zu gestalten. Nach zwei bis drei intensiven Arbeitssessions haben wir künstlerisch sowie geistig hochwertige, ausgezeichnete und großartige Ergebnisse geliefert.

An unseren letzten Tagen wurden die Weihnachtsgeschenke der Sponsoren und Paten von 2018 verteilt. Die strahlenden Gesichter, die fröhliche Atmosphäre und die pure Freude beim Auspacken der Pakete, beim Lesen der Briefe und beim stolzen Präsentieren der Kleider, der verschiedensten Schulutensilien usw. waren Bilder, die sich tief in unser Gedächtnis eingebrannt haben. Nachdem eine der Jugendlichen ein Smartphone aus ihrer Geschenkebox ausgepackt hat, ist sie vor Freude fast bis an die Decke gesprungen. Der Abschied vom Cottage war sehr emotional und bewegend.

Der Besuch und die Eindrücke an der SAP’s School können nur in Superlativen beschrieben werden. Unsere „Delegation“ wurde bei der Ankunft wie Staatsgäste gefeiert und empfangen. Es gab eine ausschweifende Zeremonie, bei der die ghanaische sowie deutsche Flagge feierlich gehisst und anschließend jeweils beide Hymnen gesungen wurden. Die Schülerinnen und Schüler der SAP’s School haben eine englische Übersetzung der deutschen Nationalhymne einstudiert und mitgesungen.

Anschließend wurden offizielle Reden durch die Schulleitung von SAP’s sowie durch den vertretenden Lehrer der MEG, Herr Paolo Muscarella, gehalten. Die SAP’s School hat diesen Tag über eine gesamte Woche erprobt und vorbereitet. Nach dem offiziellen Teil gab es die Möglichkeit für informelle Gespräche mit Angestellten, Lehrern, dem leitenden Management und dem Schulleitungsteam der SAP’s School. Nach all den Reden war der Gang über das Schulgelände eine willkommene Abwechslung. Das Gelände ist sehr weitläufig und durch sehr viel Grün gekennzeichnet, auf dem es sogar einen Sportplatz, aber auch einen kleinen Hühnerstall gibt.

An den nächsten Tagen konnten wir jeweils Unterricht besuchen. Am zweiten Tag besuchten wir zunächst die KITA, dann eine Kochklasse, bei der wir vier lokale Gerichte mit zubereiten konnten. 

 Für das Lehrpersonal bestand anschließend die Möglichkeit, sich über eine Konkretisierung der Partnerschaft mit SAP’s auszutauschen. Die SAP’s School hat das Ziel, den Plastikverbrauch an der Schule zu reduzieren. Sie möchte daher in Zukunft selbst Stofftaschen produzieren, vermehrt Papiertüten nutzen und die Zahl von zugänglichen Wasserspendern erhöhen, um das Problem von Wasser aus Plastiktüten einzudämmen. Dazu möchte die SAP’s School innerhalb der Schulgemeinde auf das Problem aufmerksam machen, mit Schülern Lösungsmöglichkeiten entwickeln und zu diesem Zwecke dann eine Schülerfirma gründen.

An unserem letzten Tag an der Schule kamen uns nochmals hohe Ehren zuteil. Alle haben maßgeschneiderte Kleidung mit dem Logo von SAP‘s bekommen. Es war der Culture Day, an diesem wurden verschiedene folkloristische Darbietungen und Tänze aufgeführt.

Es gipfelte mit der Verleihung eines Ehrentitels für Herrn Muscarella. Er wurde mit traditionellen Tüchern und Sandalen bekleidet und auf seinen neuen ghanaischen Namen, Nana Sapara-Grant II., umgetauft.

FAZIT

Der Besuch bei African Angel war phänomenal. Harriet Bruce Annan‘s Engagement und Liebe für die Kinder hat uns alle dazu angesteckt, weiter mit unserer Schule und diesem tollen Verein zusammenzuarbeiten. Das Cottage hat eine bleibende Erinnerung hinterlassen und wir hoffen, dass die Max-Ernst-Gesamtschule in Zukunft weitere spannende Projekte vor Ort realisieren kann. Wir kommen wieder!

Großer Dank gilt der Stadt Köln. Nur durch ihre großzügige Hilfe, konnten wir diese Begegnung ermöglichen.

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am 5, Dezember 2019 at 4:58 pm Weiterlesen